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Das Pensionskonto, die Basis für beitragsabhängige Pensionen


Die Ökonomen Bernd Marin, Christian Keuschnigg, Ulrich Schuh und Robert Holzmann haben ein Modell für eine grundlegende Pensionsreform vorgestellt. Das Pensionssystem der Zukunft soll demnach drei Komponenten umfassen: beitragsbezogene Pensionskonten auf Umlagebasis in Verbindung mit einer Grundsicherungssäule für Armutsbekämpfung und einer freiwilligen Säule auf Kapitaldeckungsbasis. In der Wahl des Pensionsantrittsalters solle es mehr individuelle Entscheidungsfreiheit geben. Die Details : http://www.euro.centre.org/beitragskonten/index.php


Zusammenfassung


Größer könnte der Gegensatz nicht sein: Obwohl seitens ÖGB und Arbeiterkammer betont wird, das staatliche Pensionssystem sei aureichend finanziert, liest sich ein veröffentlichter Aufruf von vier Ökonomen, die eine „rasche, umfassende und nachhaltige Reform des österreichischen Pensionsversicherungs-Systems“ fordern doch ganz anders.

Die Verfasser des Appells sind jedoch Experten auf diesem Gebiet: Robert Holzmann, langjähriger Direktor für Soziale Sicherung und Arbeit bei der Weltbank, der neue Direktor des Instituts für Höhere Studien, Christian Keuschnigg, der geschäftsführende Direktor des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung, Bernd Marin, sowie EcoAustria-Forschungsvorstand Ulrich Schuh.

Auch wurde eine Liste von rund 50 Unterstützern präsentiert, die mit prominenten Namen aufwarten kann, unter ihnen Franz Fischler, Hannes Androsch, Hans-Peter Haselsteiner, Alexander Van der Bellen, Wolfgang Mazal, Rainer Münz, Bert Rürup, Erich W. Streissler und Paul M. Zulehner.


Das gewünschte Modell


Die Experten halten das heimische Pensionssystem angesichts der demographischen Entwicklung nicht für ausreichend vorbereitet. Die finanzielle Nachhaltigkeit des Systems müsse gesichert sein und den Betroffenen „mehr Selbstbestimmung ihrer Erwerbsbeteiligung und Ruhestandsentscheidung“ gegeben werden.

Die Experten schlagen ein Modell vor, das den „traditionellen Gegensatz ‚leistungsdefinierte öffentliche Umlageverfahren kontra beitragsdefinierte private Kapitaldeckungsverfahren‘“ auflösen soll: beitragsbezogene Pensionskonten auf Umlagebasis in Verbindung mit einer Grundsicherungssäule für Armutsbekämpfung und einer freiwilligen Säule auf Kapitaldeckungsbasis.

„Die Erfahrungen, die damit in Schweden, aber auch in Reformpilotländern wie Italien, Polen und Lettland seit Einführung in den späten neunziger Jahren gemacht wurden, bestätigen die erfolgreiche Erfüllung der zentralen Eckpunkte des Aufrufs, wie zuverlässige Solvenz, Fairness und Transparenz“, heißt es seitens der Initiatoren.


„Mehr Wahlfreiheit“ in der Aufteilung des Lebenseinkommens


Keuschnigg weist darauf hin, dass die Nettoersatzquoten nach Steuern in Österreich durchschnittlich bei 89,8 Prozent lägen, im EU-Schnitt aber nur bei 72,9 Prozent und bei 68,9 Prozent im OECD-Schnitt.

„Es ist zu überlegen, unter Bewahrung der bisher erworbenen Pensionsansprüche nach einer Übergangszeit die Beiträge und Leistungen für die umlagefinanzierte Säule in Maßen abzusenken und näher an den EU-Durchschnitt zu bringen“, so Keuschnigg.

Wahlfreiheit bedeute, „dass die Haushalte die so gesparten Beitragsprozente für die freiwillige Alterssicherung verwenden können, aber nicht müssen“. So sei es möglich, „das gesamte Alterseinkommen (Pension aus der umlagefinanzierten und freiwilligen Säule) in bisher gewohnter Höhe zu erhalten“, sagt Keuschnigg.

Ohne diese Wahlmöglichkeit müssten in Zukunft alle Haushalte für die umlagefinanzierte Alterssicherung „einen wesentlich höheren Preis in Form von höheren Beiträgen, Steuern oder noch späterem Pensionsantritt bezahlen müssen“, meint der IHS-Direktor.

Länger arbeiten – höhere Pension


Im beitragsorientierten System würde sich die Pensionshöhe bei Pensionsantritt einerseits an den geleisteten Beiträgen, andererseits an der Bezugsdauer über die restliche erwartete Lebenszeit orientieren, erklärt Keuschnigg.

„Wer länger arbeitet und in das System einzahlt und damit seine Ruhestandsphase verkürzt und weniger lang Leistungen bezieht, bekommt eine höhere Pension. Die bei Pensionsantritt gewährten Leistungen werden damit automatisch und im versicherungstechnisch richtigen Ausmaß angepasst, wenn die Lebenserwartung steigt.“ Damit würde auch ein ausgeglichenes Budget der Pensionsversicherung garantiert, so der Ökonom.

Das derzeitige Pensionssystem vernachlässige hingegen die automatische Anpassung der Leistungen an die steigende Lebenserwartung und begünstige den vorzeitigen Ruhestand – was schlussendlich der Grund für den hohen Bundeszuschuss sei, der noch größer werde, „wenn jetzt nicht gegengesteuert wird“.

Die Initiatoren sehen Österreich „nicht sehr weit entfernt“ von einem neuen Gesamtsystem. Die technischen Voraussetzungen für beitragsbezogene Pensionskonten bestünden bereits, „die Umstellung von den jetzigen Leistungskonten auf einheitliche Beitragskonten für alle wäre ein vergleichsweise kleiner aber wichtiger Schritt“, heißt es im Aufruf.

Kommentare

15.10.2012 : Blecha zu "Expertenvorschlag" für Pensionsreform: "Schlimmster Anschlag auf Junge und sozial Schwache" (PDF Quelle APA)

 

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